Alte Gaardener Gilde von 1738 e.V.

225. Jubiläum



»Gaarden ruft!« Mit diesem Aufruf begann einige Wochen vor dem Gildefest 1963 eine Einladung an alle Schützenvereine und Gilden des Norddeutschen Schützenbundes von 1860 e. V. sowie an alle sonstigen befreundeten Vereine und Organisationen. Die Vorbereitung für das Gildejubiläum lief auf Hochtouren. Seit Monaten war der gesamte Vorstand mit erheblichen Vorarbeiten beschäftigt, und viele Abende wurden geopfert, um dem bevorstehenden Fest einen würdigen Rahmen zu geben. All die großen und kleinen Sorgen, die auftraten und den Verantwortlichen so manches Kopfzerbrechen bereiteten, waren dann wie weggeblasen, als der Wettergott der Alten Gaardener Gilde am 24., 25., 26. und 27. Mai strahlenden Sonnenschein bescherte. Das Fest hatte viele Höhepunkte, das Schönste und alles Übertreffende aber war der großartige Festumzug am Sonntag mit drei Musikkorps, drei Spielmannszügen und einem Mädchen-Fanfarenzug. Mehr als 40 Abordnungen von Gilden, Schützen-, Turn-, Gesangs- und Trachtenvereinen beteiligten sich daran, begleitet von über 30 Fahnen- und Bannerträgern. Einen derartigen Ummarsch hatte Gaarden, ja selbst Kiel, seit dem letzten Kriege nicht erlebt. Die Organisation klappte reibungslos. Die Bevölkerung, insbesondere die Jugend, ging begeistert mit und von allen Seiten wurden dem Vorstand Dank und Anrekennung für diese Leistung ausgesprochen. Besondere Leistungen vollbrachte der Jubiläumskönig Albert Hof mit seiner Königin Annemarie. Was die zwei gemeinsam auf die Beine gestellt hatten, war großartig und bleibt unvergessen. Der Direktor der Holstenbrauerei, Calli Schulz, faßte seinen Dank spontan beim Gildefrühstück (es gab Damwildbraten) in einigen Versen zusammen:

 

IN MEMORIAM Die Gaardener Gilde

 

1. Seit ein paar hundert Jahren

herrscht zu der Gildezeit

alljährlich in Süd-Gaarden

vier Tage Fröhlichkeit,

und gleich am ersten Tage

bringt man sich gut in Form,

denn man trinkt manche Lage

vom edlen Bier und Korn.

 

Refrain ...

Wenn die Gaardener Gilde drei Tage regiert

und vier Tage für Gaarden den Frohsinn proklamiert,

ja, dann geht's bei alt und jung

bis zum späten Abend rund,

und man trinkt und lacht und singt

und kommt in Schwung.

 

2. Die nächsten Gildetage

bekämpft mit dem Gewehr

man auf der Schießanlage

den Gildevogel schwer.

Der Gildevogel wehrt sich

trotz wundgeschoss'ner Brust,

bis ihn dann trifft ganz plötzlich

der Gilde Königsschuß.

 

3. Am Gilde-Montagmorgen

ist alles marschbereit.

man hat die Alltagssorgen

vertauscht mit Heiterkeit.

Mit Marschmusik und Fahnen

geht es, wie jedes Jahr,

durch alle Gaard'ner Straßen

zum Gilde-Königspaar.

 

4. Der König führt ins Gildezelt

die Gilde dann zum Schmaus,

und es dankt ihm die Gildewelt

mit donnerndem Applaus.

Und schäumend schlagen Wellen dann

der Freude hoch empor,

und einer steckt den andern an

mit Frohsinn und Humor.

 

Die Festleitung setzte sich damals aus folgenden Gildebrüdern zusammen:

 

Empfang und Betreuung der Gäste und Ehrengäste:

Arnold Reimer Oberst der Gilde

Heinz Beetz Chef des Protokolls

Wilhelm Stahl Ex-Majestät

Gotthard Mörk Ex-Majestät

Christian Berg Ex-Majestät

 

Finanzausschuß:

Peter Böge Schatzmeister

 

Schriftleitung und Presse:

Robert Sörnsen 1. Schriftführer

 

Hauptfestleitung:

Otto Grüttner, Heinz Beetz, Robert Sörnsen

 

Fest- und Vergnügungsausschuß:

Heinz Beetz, Willi Schäfer, Wilhelm Stahl, Gotthard Mörk, Otto Neumann, Alwin Morisse, Hermann Schwiemann, Hermann Brade, Max Kaufmann, Jochen Kreutzfeldt

 

Festumzug- und Gildemarschleitung:

Otto Grüttner Rottmeister 1

 

Leitung des Kinderfestumzuges:

Willi Schäfer Major

 

Schießausschuß:

Hanspeter Biel, Willi Bichel, Robert Sörnsen

 

Schießleitung:

Otto Grüttner, Hermann Biel, Otto Treder, Hanspeter Biel, Johannes Stark

 

Preisgericht:

Otto Treder, Johannes Stark, Willi Bichel

 

Betreuung der Gildeschwestern:

Heinz Beetz, Peter Böge, Gotthard Mörk


Der Vorstand 1963


Albert Hof Schützenkönig 1962/63 
Max Böhm Ehrenoberst 
Arnold G. Reimer Oberst und 1. Vorsitzender 
Willi Schäfer Major und 2. Vorsitzender 
Peter Böge Schatzmeister 
Robert Sörnsen 1. Schriftführer 
Heinz Beetz Chef des Protokolls 
Otto Grüttner Rottmeister I 
Hanspeter Biel Rottmeister II 
Hermann Biel Oberschützenmeister 
Otto Treder Jugendschützenmeister 
Johannes Stark Damenschützenmeister 
Ernst Lampel Fahnenträger 
Heinz Beetz Vergnügungsleiter 
Hermann Braade Staatsanwalt 
Otto Neumann Revisor 
Emil Frick Revisor 
Holger Krüger Adjutant 

Weiter zu "Die Jahre danach"