Alte Gaardener Gilde von 1738 e.V.

Suche nach einer neuen Bleibe



Nach der Schließung der »Karlsburg« mußte die Alte Gaardener Gilde sich nach einem neuen Festplatz umschauen. Sie war gezwungen, die kommenden Feste in Form eines Volksfestes abzuhalten und erhielt die Unterstützung des Gildebruders Walter Rumpf, der seinen Holzplatz an der Asmuss-Straße Ecke Kehrwieder als Schießstand zur Verfügung stellte. Hilfeleistung gab auch die Stadtverwaltung der Stadt Kiel, indem sie die Genehmigung erteilte, auf dem Heischplatz ein großes Festzelt zu errichten und in der Asmuss-Straße Geschäfte des ambulanten Gewerbes aufzustellen. Es dauerte dann acht Jahre bis zum nächsten Hilferuf. Am 2. Mai 1962 erhielt die Stadt Kiel - Abteilung Stadtplanungsamt - nachstehenden Brief (in Auszügen):

 




Festplatz der Gilde bis 1962 am Gaardener Brook

»In diesem Jahr können wir dort noch einmal das Gildefest begehen, im nächsten Jahr aber steht die Gaardener Gilde wieder einmal nach der kurzen Zeit von acht Jahren vor der Frage, was wird aus unserer »Alten Gaardener Gilde von 1738«? Der Rumpf'sche Platz ist verkauft und soll bebaut werden. Durch den Ausbau der Friesenbrücke werden wir wohl kaum die anliegenden Straßen, die ja dann Zufahrtsstraßen zu dem neuen Kreisverkehr werden, benutzen dürfen. Wie uns bekannt ist, hat die Stadt Kiel das frühere Stern-Brauerei-Gelände erworben, um dort Grünanlagen erstehen zu lassen. Wäre es nicht möglich, dort nun im Zuge des Ausbaues der Grünanlagen, eine Festwiese zur Abhaltung der Vogelschießen und Kinderfeste sämtlicher Gaardener Vereine zu schaffen? Bemerken möchten wir noch, daß heute ja nur mit Luftgewehr oder Kleinkaliber geschossen wird. Wenn Sie einen kurzen Blick in das von G. Voerde, A. Lorenz und K. Otte herausgegebene Buch »Alt Gaarden«, Chronik und Geschichte werfen, werden Sie auf Seite 72 eine Abbildung der Schießhalle auf dem Stern-Brauerei-Gelände finden, von dem, wie bereits erwähnt, heute noch die Fundamente erhalten sind.

Die Ratsherrin Frau I. Hinz und der Ratsherr Herr A. Nolte, die die Verhältnisse und Nöte unserer Gaardener Gilde und überhaupt der Gaardener Vereine kennen, sind sehr an der Einplanung einer Festwiese auf vorerwähntem Gelände interessiert.

Wir sind der Überzeugung, daß die Stadtverwaltung bei ihren Beratungen über den Ausbau des Geländes unsere Wünsche weitgehend berücksichtigen werden, damit wir und alle anderen Vereine ihre Feste dort abhalten können und endlich eine feste Bleibe haben.«





1988 - Festplatz der Gilde bis 1998, jetzt Ida-Hinz-Platz


Der Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Dr. Hans Müthling, hatte nicht nur Gehör für diese Notlage, er zeigte gleichfalls vollstes Verständnis und versprach tatkräftige Unterstützung. Es gelang ihm zum 225. Jubiläumfest der Gilde die neue Festwiese »Am Mühlenbach« zur Verfügung zu stellen. In langwieriger, schwerer Arbeit wurde der Festplatz zwischen Preetzer Straße, Sörensenstraße, Hofstraße und Bielenbergstraße unterhalb des Gaardener Brooks, auf dem schon die Väter und Vorväter um die Jahrhundertwende ihre Feste abhielten, wieder hergerichtet. Besonderer Dank wurde dem OB Dr. Hans Müthling, Herrn Oberbaurat Merten, der lieben Frau Ida Hinz, Stadträtin und Dezernentin des Stadtgartenamtes, Herrn Zeiske vom Stadtgartenamt sowie Herrn Direktor Voß, Stadtwerke Kiel, für das Geschaffene ausgesprochen.



Als steinernes Dokument übergab Ida Hinz zum Kommers 1967 einen drei Tonnen schweren Findling in die Obhut der Gilde. Er verkörpert mit der Inschrift »Alte Gaardener Gilde von 1738« gewichtig die Überlassung des Festplatzes am Mühlenbach.


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