NeubeginnNach dem verhängnisvollen Ausgang des Zweiten Weltkrieges bestand zunächst ein totales Vereins- und Versammlungsverbot. Mit dem nachfolgenden Antrag bat die Gilde um ihre Wiederzulassung: Kiel, den 30. Oktober 1947 In den ersten Jahren war die Gilde eine Brandgilde, die sich auf gegenseitige Hilfe gegründet hatte. Alljährlich wurde ein Volksfest und großes Kinderfest abgehalten, bei dem auf einen Holzvogel auf einer Stange mit der Armbrustgeschossen wurde. Der Zweck der Gilde soll jetzt sein, alljährlich ein Volksfest und Kinderfest zu veranstalten, um der Jugend etwas zu bieten. 1. Vorsitzender Stellvertretender Vorsitzender Schriftführer Nach der Genehmigung durch die englische Militärregierung fanden sich folgende Mitglieder zur Wiederaufrichtung der Gaardener Gilde von 1738 am 19. Mai 1948 in der »Dorfschänke«, Lübecker Chaussee, Ecke Bahnhofstraße, zusammen: Arthur Scharfenberg, 1. Vorsitzender Unter anderem wurde beschlossen, die Gilde unter dem Namen »Alte Gaardener Gilde von 1738« weiterzuführen. Am 6. August 1948 wurde mit einem Schreiben an die britische Militärregierung Det. 909 um die Zusage zum Schießen mit der Armbrust (Gewehre waren verboten) gebeten. das Schreiben hatte folgenden Wortlaut: Gaardener Gilde v. 1738 Kiel, den 6. August 1948 An die i.A. Nachdem die Erlaubnis durch die CONTROL COMMISSION FOR GERMANY (BE); KREIS RESIDENT OFFICER, SK KIEL, erteilt wurde, stand der Durchführung des ersten Gildefestes nach dem Zweiten Weltkrieg nichts mehr im Wege.
Der erste Gildekönig nach dem Wiederaufleben wurde auf diesem Gildefest Franz Einfeldt. Am Tage nach seiner Proklamation, am 16. August 1948, erließ er den folgenden »Aufruf an die Gaardener Gilde von 1738« : Ich, Unterzeichneter durch Hubertus Gnaden, und von den Schützen der Gilde zum König geschossen, gelobe: -Während meiner Amtszeit der Gilde ein gerechter König zu sein und sie auf die Höhe zu bringen, auf der sie vor dem Kriege war. Ich werde stets bemüht sein, das Ansehen der Gaardener Gilde nach innen und außen würdig zu vertreten, und evtl. auftretende Streitigkeiten in Güte zu schlichten. Sollte es mir nicht gelingen, werde ich die Missetäter in der Gerichtsverhandlung zur Verantwortung ziehen. Der Startschuß war erfolgt. Es ging wieder aufwärts. Der Vorstand wurde erweitert und am 21. Oktober 1948 organisierte der Vergnügungsausschuß einen »Herbstball« in der »Karlsburg«. Hin- und Rückfahrt erfolgte mit einem angemieteten Autobus. Nachdem am 5. März 1949 dann ein Gildekränzchen mit Kappenfest (ein Abend voll Jubel-Trubel-Heiterkeit-Stimmung und Humor-Papiermützen waren zur Verschönerung des Abends mitzubringen) im Friesenhof (Kaiserstraße, Ecke Karlstal) stattfand, folgte das Gildefest 1949 unter Leitung des Königs Franz Einfeldt in der »Karlsburg«. Erstmals wurde der traditionelle Ummarsch durch Gaarden wieder durchgeführt. Ein Musikkorps stand damals noch nicht zur Verfügung. Dafür spielte eine Tanzkapelle, die abends zum Königsball verpflichtet worden war. Sie wurde kurzerhand auf einen Lastwagen »verfrachtet«, der vor dem Umzug herfuhr, und trotz mancher »Buh«-Rufe war die Stimmung riesig. Bis dahin besaß die Gilde noch immer keine Fahne. Die Mittel zur Beschaffung einer solchen fehlten, aus der stets leeren Kasse war nichts zu holen. Jeder hatte so kurz nach der Währungsreform mit sich selbst zu tun, denn es fehlte an allen Ecken und Enden. Trotzdem wurde dann das Unmögliche möglich gemacht. Eine alte Innungsfahne (die Innung bestand nicht mehr) wurde zur Verfügung gestellt, renoviert, umgestickt und zum Gildefest, am 4. und 5. Juni 1950, in einem sehr feierlichen Rahmen im Garten der »Karlsburg« geweiht. Den Weiheakt nahm Pastor Hoff vor, die Festansprache hielt Rechtsanwalt Cruse und das Rahmenprogramm gestalteten das Musikkorps der Brunswiker Schützengilde sowie die Liedertafel »Mozart« unter der Leitung des Kirchenmusikdirektors Gustav Stolz. Ingrid Sörnsen sprach den Prolog, der der Zeit entsprechend mit den Worten begann: Jahre der Not, des Elends und des Grauens, Unter großer Beteiligung der Gildemitglieder und der Bevölkerung war die Fahnenweihe eine unvergeßliche Feierstunde. Die »Ehrendamen«, die der Fahnenmannschaft die Fahne überreichten und die Schärpen umlegten, übergaben einen Fahnennagel zusammen mit einer Urkunde, die den Wort laut hat: Am 1. Jahrestag der Weihe 1952 erscheint erstmalig nach dem Kriege wieder eine Festzeitung und das Gildefest stellt sich in einem neuen, festlicheren Gewande dar. Der Dank dafür gebührt in erster Linie dem Gildebruder E. Häusler für die fleißige Werbung sowie dem Gildebruder Rathmann für die Gestaltung des Heftes, und nicht zuletzt den Mitgliedern, die durch ein Inserat erst die Möglichkeit der Herausgabe schufen. Die Gaardener Bevölkerung wurde aufgefordert, an den Festtagen Häuser und Straßen mit Blumen, Girlanden und Fahnen zu schmücken. Es entfaltete sich ein edler Wettstreit um das am besten geschmückte Haus, um die festlichste Straße in Gaarden. Laut Beschluß der Generalversammlung fand in diesem Jahr auch das erste Sport-Übungsschießen mit der Luftbüchse statt. Austragungsort war das Lokal »Wittelsbacher« am 6. März 1952. Künftig traf man sich einmal im Monat zum Schießen und es dauerte nicht lange, da dehnten sich die Übungsabende auf den 1. und 3. Dienstag im Monat, später dann auf den 1. und 3. Mittwoch im Monat, aus. 1953 wurde die Alters-Mannschaft mit den Gildebrüdern Hansen, Arnold, Reimer und Lüders beim Wettkampf in Kopperpahl am 26. und 27. September Landesverbandsmeister des Norddeutschen Schützenbundes. In dieser Zeit nahm die Mitgliederzahl der Gilde stetig zu, und auf der Jahreshauptversammlung am 31. Januar 1954 - es war eine Gildeehrenpflicht möglichst in Schützenuniform zu erscheinen - betrug sie 163 Personen. Der Vorstand wurde erweitert und bestand bereits aus den Vorsitzenden, den Rottmeistern, dem Kassierer, dem Vergnügungsleiter, den Beisitzern, den Kassenprüfern, dem Richter und dem Staatsanwalt. Da traf die Nachricht ein, daß die »Karlsburg« dem Neubau des Fernstraßennetzes weichen und ihre Pforten schließen müsse. Mit ihr verschwand auch die letzte Gaststätte mit einem größeren Tanzsaal aus Gaarden. Sie blieb der Alten Gaardener Gilde nur noch ein Erinnerungsstück. Schön waren die Feste in der »Karlsburg«, die alles bot, was zum Feiern erforderlich war; einen kleinen und einen großen Saal, einen ansehnlichen, parkähnlichen Kaffeegarten, ideal für Kinderspiele, eine Kegelbahn und nicht zuletzt einen Schießstand. Schön auch deshalb, weil es interne Gildefeste waren und weil der Zusammenhalt gerade in den ersten Jahren nach dem Wiederaufleben der Gilde besonders innig gewesen war. Es war eine Zeit, die das Gemeinschaftsbewußtsein besonders prägte und trotz Trümmer, Schutt und Asche, das Bedürfnis im geselligen Kreis zu feiern, stärkte. Weiter zu "Suche nach einer neuen Bleibe" | ||||||||||||||||||||||||

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